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mit Aromamolekülen gegen Krebszellen

29 Mrz 2017, by Vereinsteam in Allgemein

Bereits im Januar haben wir, nach einem Hinweis auf dem blog von Eliane Zimmermann, berichtet, daß das Forscherteam Lea Weber und Hanns Hatt von der Ruhruniversität Bochum mit Aromamolekülen bei Krebszellen forschen. So wurde im Dezember veröffentlicht, daß beim Brustkrebs vom Typ Triple-negativ Riechrezeptoren nachgewiesen wurden. Diese – genannt TRPV1 – reagieren  auf das Schärfemolekül “Capsaicin” sowie auf “Helional”.  Das Brustzentrum der Augusta-Kliniken Bochum war an dieser Forschungsreihe mit beteiligt. Die Forscher aktivierten den TRPV1-Rezeptor in Zellkultur mit Capsaicin oder Helional, enthalten in Peperoni und Pfeffer,  indem sie die Stoffe für mehrere Stunden oder Tage zu der Kultur hinzugaben. Dadurch vermehrten sich die Krebszellen langsamer. Außerdem starben durch die Behandlung verstärkt Tumorzellen ab. Die überlebenden Zellen waren zudem nicht mehr in der Lage, sich so schnell zu bewegen wie zuvor; das lässt darauf schließen, dass sie im Körper schlechter Metastasen bilden könnten.
„Wenn wir den TRPV1-Rezeptor gezielt durch Medikamente anschalten könnten, könnte sich ein neuer Ansatz für die Behandlung dieser Krebsform ergeben“, sagt Hanns Hatt. Eine Aufnahme über die Nahrung oder durch Einatmen reicht dazu allerdings nicht aus!

Darmkrebszellen

Nun wurde das Ergebnis einer weiteren Testreihe veröffentlicht: auch Darmkrebszellen haben entsprechende Rzeptoren und reagieren auf Duftstoffe, nämlich auf den Blütenduft des Ligusters. “Riechrezeptoren wurden bereits in verschiedenen gesunden Geweben und Krebsgeweben nachgewiesen. Nun fanden die Bochumer Forscher den Rezeptor OR51B4 in großen Mengen in Darmkrebszellen. Sie identifizierten das Molekül Troenan als Aktivator für OR51B4. Es duftet nach Liguster, einer Strauchpflanze, die häufig als Hecke genutzt wird.
Im nächsten Schritt behandelten die Wissenschaftler Krebszellen der Zelllinie HCT116 und Tumorgewebeproben von Patienten mit Troenan. Das Ergebnis: Die Zellen wuchsen nicht mehr so schnell und bewegten sich langsamer als zuvor – ein Hindernis für die Bildung von Metastasen. Außerdem starben durch die Troenan-Behandlung vermehrt Krebszellen ab. In weiterführenden Experimenten mit Mäusen, die den menschlichen Tumor ausbildeten, konnten die Duftwirkungen inzwischen bestätigt werden.” (Zitat aus der Presseinformation der Ruhruniversität Bochum, der ganzen Text finden sie HIER.)  Zum abstract ( auf englisch)  der Forschungsreihe geht es HIER.

 

liguster

Der Liguster mit seinen Blüten und Beeren gilt als giftig – vorallem auch für Tiere -  und wird daher als Heckenbegrenzung an Kinderspielplätzen nicht mehr gepflanzt.